Was sind 301- Redirect- Ketten und warum sind sie schlecht?

301- Redirects werden immer dort genutzt wo sich Änderungen an der Struktur einer Website ergeben haben. Wir können Benutzer so an die neue Stelle (URL) weiterleiten und den Suchmaschinen durch den Statuscode 301 mitteilen, dass sich die Seitenstruktur permanent geändert hat. Für die Suchmaschinenoptimierung ist neben der User- Experience aber noch zwei weitere Punkte von entscheidender Bedeutung:
  1. Wir können so schon indizierte Webseiteninhalte nahezu ohne Zeitverlust austauschen
  2. Die Inhaltsseite verliert nur wenig vom eigentlichen Linkjuice. (Links von externen Webseiten laufen nicht auf einen 404- Fehler und können so ihren Trust weitergeben)
Diese drei Faktoren machen die Nutzung von 301- Redirects so wichtig. Jedoch kommt es auf die richtige Verwendung an. Mit jedem 301- Redirect verlieren wir einen kleinen Teil unseres Linkjuice. Wenn wir nun unnötig 301- redirects nach dem anderen senden schadet dies nicht nur der Nutzererfahrung sondern auch dem Trust. Bedenkt, dass Chrome sowieso nach dem 5’ten 301- Redirect mit der Fehlermeldung „To many Redirects“ aussteigt.

Beispiel 1.

Wir führen in unseren Onlineshop eine neue Websitestruktur ein. Die alte Kategorie „Bekleidung->Handschuhe“ (www.meinshop.de/bekleidung/handschuhe) haben wir nun unter „Bekleidung->Winterkleidung->Handschuhe“ (www.meinshop.de/bekleidung/winterkleidung/handschuhe) verschoben. Wenn wir nun unser Redirect setzen werden unsere besucher von der alten Kategorie in die neue automatisch weitergeleitet, soweit gut. RewriteRule ^/bekleidung/handschuhe$ http://www.meinshop.de/bekleidung/handschuhe [R=301,L] Im nächsten Schritt fällt uns ein, dass wir die URL- Struktur vereinheitlichen wollen und doppelte URL’s wie z.B. http://www.meinshop.de/bekleidung/handschuhe und http://www.meinshop.de/bekleidung/handschuhe/ vermeiden wollen. Daher setzen wir eine neue Regel:
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
RewriteCond %{REQUEST_URI} !(.*)/$
RewriteRule ^(.*)$ http://%{HTTP_HOST}/$1/ [R=301,L]
Und schon haben wir unsere erste 301- Redirect- kette erstellt! Was passiert den jetzt wenn ich die alte URL ohne Slash am Ende der URL aufrufe? Richtig, als erstes greift die erste Regel, die meine URL zur neuen weiterleitet. Mit dieser macht mein Browser eine erneute Anfrage und erhält dann eine weiteren 301- Redirect in dem nun noch der fehlende Slash angehängt wurde. Und diese Szenarien lassen sich noch viel weiter spinnen. Umleitungen von http auf https, Strukturveränderungen und Verschönerungen der URLs bzw. vermeiden von Double Content können ein Grund dafür sein. Um so wichtiger ist es seine Konfigurationsdateien, allen voran die Rewrite- Regeln im Griff zu haben. Solche Ketten lassen sich einfach vermeiden wenn man die Erstellung solcher Regeln versteht und Konfigurationen nicht wild aus dem Internet sammelt. In unserem Beispiel ist der Parameter L in der Parameterliste [R301,L] der Übeltäter. Hier sagen wir dem Webserver, dass es sich um die letzte Regel in der Liste handelt und er die Antwort zum Browser schicken kann. Wenn wir unsere Datei mit den Rewrite- Regeln sauber aufbauen, können wir viele Regeln gleich in einem „Request“ des Browsern nacheinander abarbeiten und sparen uns so die „Umleitung“ über den Browser. Dies dankt uns der User und vor allem auch Google; bringen wir Google mit zu vielen 301- Redirects eh schon genug durcheinander.

Beispiel 2.

Ein tolles Beispiel habe ich in einer WordPressinstallation und gewachsenen Rewrite- Rools entdeckt, welche nachträglich mit einem SSL- Zertifikat ausgestattet wurde: Im Menü fand ich folgenden Link: http://www.meinedomain.de/blog Auch hier existierte eine Rewrite- Regel um den fehlenden Slash an die URL zu hängen. Richtig wurde der Benutzer also auf folgende URL weitergeleitet: http://www.meinedomain.de/blog/ Doch halt, es wurde jetzt natürlich auch noch auf das SSL- Zertifikat umgestellt und man wollte auf jeden Fall den gesamten Trafik von http auf https umleiten. Also griff die nächste Rewrite- Regel und leitete auf die endgültige URL um: https://www.meinedomain.de/blog/

Redirect- Ketten erkennen

Tools wie z.B. ScreamingFrog helfen beim Aufspüren solcher Ketten ungemein. Nebenbei spüren sie viele weitere Fehler auf der eigenen und verlinkten Webseiten auf. So dass wir sehr sehr schnell eine fehlerfreie Website im Netz haben.  
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